GPS Tracker für Hunde – Tractive

Wir haben aktuell das Tractive GPS Gerät getestet und sind sehr zufrieden damit.

Das Auspacken und Einrichten gestaltet sich leicht, eine SIM Karte ist fest installiert. Man kann zwischen zwei Tarifen wählen:

Basic kostet 3,75€/Monat und Premium 4,16€

Premium bietet natürlich mehr Funktionen, am wichtigsten ist hier sicher, dass es in über 80 Ländern weltweit funktioniert (Basic nur in einem Land nach Wahl). Beide Monatspreise sind aber meiner Meinung nach akzeptabel.

Inzwischen kostet das Gerät unter 100€, das ist zumindest erschwinglicher als früher. Alle benötigten Zubehörteile sind dabei, z.b. das Ladekabel (USB oder Steckdose).

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Anders als bei vielen ähnlichen Geräten hat Tractive einen für mich entscheidenden Vorteil: Ich kann die Route des Tieres live verfolgen (auch in der Basicversion immerhin 24 Stunden) und bekomme nicht nur eine Standortmeldung. Was nützt mir diese auch, wenn der Hund beispielsweise nach einem Unfall in Panik wegrennt und sich sehr schnell bewegt? Bis ich am Ort der letzten Standortmeldung bin, kann der Hund schon hunderte von Metern weiter sein und ich weiß nicht einmal die Richtung…

Die App funktioniert auf meinem iPhone (gibts natürlich auch für Android) hervorragend, man kann alle Funktionen einfach bedienen, kann aber auch am PC auf alles zugreifen (z.B. Batteriestand – sehr praktsich etc.).

Das Halsbandteil ist leicht und robust. In unserer Huta trägt es einer der Gasthunde und es hat bis jetzt alle wilden Spiele problemlos ausgehalten.

Hier gibt es eine Übersicht zu den Funktionen: https://tractive.com/de/gps

Wer möchte, kann es  gerne im Laden Pfotentreff unverbindlich anschauen (oder kaufen): www.pfotentreff-ab.de

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Auf zu Neuem ;) Hundezentrum und Hundetagesstätte Aschaffenburg – es geht los!

Oh jeh.. schon so lange nichts mehr geschrieben… Aber wir waren beschäftigt 😉

Dieses Jahr hat sich endlich etwas bewegt in Sachen Hundezentrum – gleich zwei Objekte hintereinander haben uns Anfang des Jahres in Atem gehalten – um dann im letzten Moment doch noch zu scheitern. Aber nun haben wir endlich etwas gefunden und warten gerade (in meinem Fall äußerst ungeduldig) auf die offizielle Genehmigung, um loslegen zu dürfen.

Am Anfang sah es so aus:Bauen1

Also ziemlich leer 😉

Inzwischen steht schon mal der Sanitärcontainer, das ist doch ein Anfang.

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Wenn alles läuft wie geplant, hoffen wir im Oktober unser neues Hundezentrum eröffnen zu können.

Damit der Umzug ein wenig „leichter“ wird, gibt es derzeit im Pfotentreff 20% auf (fast) alles – außer Bücher, Futter und bereits reduzierte Ware.

Wir freuen uns also auf Schnäppchenjäger!

Neugierig aufs neue Projekt? Hier gibt es die ersten Infos: www.hundetagesstätte-aschaffenburg.de 

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Professionelle Hundetagesbetreuung (Hundesitter) in Aschaffenburg – wir freuen uns darauf. Endlich Hundeschule und Zubehör (und die Huta) unter einem Dach – inklusive Trainingshalle und Allwetterplatz!

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Ich lese gerade… „Ein guter Start ins Hundeleben“ von Gansloßer/Krivy

Der Verlag schreibt:

„Einen guten Start sollen sie haben, die vierbeinigen Fellnasen. Doch wie können Züchter und Welpenbesitzer darauf hinwirken? Wie formen und fördern, statt zu behindern oder, wenn auch in guter Absicht, zu übertreiben? Wo beginnt ein guter Start, welche Einflüsse wirken wann, wie und mit welcher Nachhaltigkeit? Dieser Ratgeber betrachtet die Zucht von Hunden sowie die Welpen- und Junghundeentwicklung aus verhaltensbiologischem wie züchterpraktischem Blickwinkel und berücksichtigt dabei die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft.“

Damit ist alles gesagt und (ausnahmsweise) vollkommen unübertrieben. Dieses Buch möchte ich allen Züchtern, Welpenkäufern und Hundetrainerin dringend empfehlen!

Viele neue Erkenntnisse aus der Forschung der letzten Jahre, die auch mich teilweise sehr überrascht haben.

Ein Beispiel: Selbstverständlich ist mir bekannt, dass reizarm aufgezogene Hunde über ein schlechteres Lernverhalten verfügen als Hunde, die eine reich strukturierte Umgebung kennenlernen durften.

Nun gibt es hierzu ein Experiment mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die reizarm aufgezogenen Welpen haben eine gestellte Aufgabe (versteckte Futterbox) bereits nach 25 Sekunden Wartezeit vergessen, normal aufgezogene Welpen können sich bei der gleichen Aufgabe bis zu 300 Sekunden erinnern – ein unglaublicher Unterschied!

Nun sehe ich solche Bücher in erster Linie aus Hundetrainersicht und gerade solche Informationen sind auch für diese Tätigkeit sehr wichtig – Fazit: Absolute Kaufempfehlung!

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Bindung und Beziehung

„Du mußt einfach mehr auf die Bindung achten“ – ein Satz, den jeder Hundeanfänger schnell zu hassen lernt oder sich in mehr oder wenige tiefe Verzweiflung stoßen läßt.  Mich hat er nie gestresst (womöglich habe ich ihn schon selbst zu jemandem gesagt?), weil meine Tiere in kürzester Zeit an mir kleben.  Woran liegt das? Woher kommt sie denn, diese ominöse Bindung? Von Seiten des Menschen aus fehlt sie so gut wie nie – seine Bindung an den Hund ist meistens innerhalb von Sekunden auf Wolkenkratzerniveau. Umgekehrt geht es nicht so schnell – Bindung muss man sich verdienen. Dazu sind die meisten Hundebesitzer auch sehr gerne bereit, wenn sie nur wüßten, wie.

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Was sagt die Fachwelt nun dazu? Es gibt eine ausführliche Bindungsforschung mit Menschen, die mit sehr hübschen  Ausdrücken wie Distanziert-beziehungsabweisende Bindungseinstellung oder Unsicher-ambivalente Bindung aufwarten kann. Bei der Mensch-Hund-Beziehung bezeichnet man damit die Bereitschaft des Hundes, beim Menschen zu bleiben sowie Gehorsamsbereitschaft zu zeigen. Diese grundsätzlichen Charaktereigenschaften eines Hundes sind i.d.R. sehr stark rasseabhängig. Im Klartext bedeutet dies, dass mancher Hundebesitzer doppelt so viel Zeit und Mühe in die Erziehung seines Hundes investiert, um nur die Hälfte des Ergebnisses zu bekommen, wie beispielsweise der Besitzer einer anderen Rasse. Ausnahmen bestätigen natürlich wie stets die Regel 😉  Ist es also „einfach“ nur mit genügend Zeit und Training getan? So simpel ist es leider nicht….Braucht man also irgendwie eine bestimmte Aura? Vielleicht einen bestimmten Edelstein?

Bei meinen ersten Erfahrungen im Bereich des Tiertrainings mit 14, 15 stellte sich schnell heraus, dass sowohl Hund als auch Pferd mir bereitwillig folgten und ich selten Autoritätsprobleme hatte. Bis Anfang 20 fand ich das immer sehr schmeichelhaft und ich machte oft genug den Fehler aller Hundetraineranfänger „Geben Sie mir mal den Hund, ich zeig Ihnen das mal“ – was den jeweiligen Hundebesitzer in relativer Ratlosigkeit zurückließ und mir ein gutes Gefühl bescherte.  Leider kommen manche Kollegen nie über dieses Stadium hinaus, was ihnen eine Reihe treuer Fans beschert – aber die meisten Hundehalter nicht wirklich weiterbringt.  Hat man das nun oder hat man es einfach nicht? Ein gewisses Talent ist natürlich hilfreich, aber mehr auch nicht. Hundeerziehung und Bindungsaufbau kann man lernen – so die gute Nachricht!  Die schlechte Nachricht ist, dass man es nicht geschenkt bekommt. Ohne die Bereitschaft, sich mit Lerntheorie zu beschäftigen, sich in den das Tier hineinversetzen zu können, es nicht zu vermenschlichen und  – als Wichtigstes – es als Tier zu lieben und nicht zu erwarten, dass es sich wie ein kleiner bepelzter Mensch verhält, wird man keine Bindung bekommen.

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Für einen Teil der Hundetrainerwelt ist Bindung und Beziehung kaum ein Thema. Hier werden Trainingsmethoden verfeinert und bis zur Perfektion an Hühnern, Meerschweinchen, wilden Tieren usw. geübt. Bei all den Chicken-Camps (wer kümmert sich eigentlich darum, was die Hühner dazu sagen?) geht es eigentlich nie um das Thema Bindung oder Beziehung- Vielleicht braucht man das also gar nicht? Vielleicht reicht es, einfach nur ein super guter Trainer zu sein, dessen Clickertiming perfekt ist? Als „Beweis“ für diese These wird dann oft angeführt, dass man schließlich auch Orcas und Tiger mit Markertraining ausbilden könnte, also muss das ja wohl auch mit Hunden funktionieren! Bei dieser Beweisführung wird die Tatsache, dass Zootiere in Gehegen leben und normalerweise an chronischer Unterforderung plus Langeweile leiden, einfach vergessen. Da ist so ein Training, bei dem es Futter und Zuwendung gibt, natürlich gern gesehen.  Ob das ganze in – sagen wir mal 5 Hektar – großen Gehegen mit natürlichen Feinden sowie lebender Beute auch so gut funktionieren würde, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln. Verstehen Sie mich nicht falsch – Marker(Clicker)training ist eine tolle Sache und auch in unserer täglichen Hundeschularbeit nicht mehr wegzudenken. Beschäftigung und Training von Zootieren (mal von der Frage, ob Zoos wirklich immer so sinnvoll sind, abgesehen) sind für die Zootiere eine tolle Sache. Und dass sich Trainer über Seminare verbessern, kann auch nie schaden. Der aussschließliche Fokus darauf ist es, was mich stört.

Dann gibt es natürlich noch „die andere“ Seite – hier wird nur über „Energie“, „Dominanz“, „Rudelführerschaft“, „Nonverbal“ und wie auch immer es etikettiert wird, gearbeitet. Autoritär veranlagte Personen mit halbwegs gutem Timing, können damit beeindruckende Erfolge in kürzester Zeit erzielen.  Schaut man genauer hin, ist die vorgebliche „Energie“ doch nur eine negative Einwirkung, geschickt und schnell eingesetzt. Das Können dieser „Flüsterer“ besteht meistens darin, dass sie ein hervorragendes Timing haben, Hunde sehr gut einschätzen können und genau die richtige „Härte“ in der Einwirkung an den Tag legen, damit es schnell funktioniert.

In beiden „Lagern“ bekommt man durchaus gehorsame Hunde oder sogar perfekt trainierte Tiere zu sehen, die ein unglaubliches Repertoire beherrschen. Trotzdem fehlt es oft an Bindung – ergibt sich eine passende Gelegenheit, ist der Hund weg. Was braucht man also genau? Hier der Versuch einer Aufzählung:

Wie lernt der Hund? Dieses Wissen muss erst einmal der Mensch verinnerlichen. Man kann dem Hund weder etwas erklären noch auf Einsicht warten. Ohne Lerntheorie geht es nicht

  • Wie spricht der Hund? Seine Körpersprache lernen, damit der Mensch auch versteht, was der Hund gerade „sagen“ will
  • Realistische Ziele setzen  – weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt – und vom Hund (und von der jeweiligen Rasse) erfüllbar
  • Zeit haben – Zeit zum Trainieren, Zeit zum Spielen und zum Kuscheln – dieser Faktor wird oft unterschätzt. Der Hund muss schon genügend Möglichkeit haben, zu lernen, was wir von ihm wollen – da reicht es nicht aus, eine Übung 2-3x zu wiederholen – womit wir wieder beim Thema Lerntheorie sind. Spielen/Beschäftigung ist ebenfalls sehr wichtig – und auch das geht nicht ohne Zeit.
  • Man muss seinen Hund schon wirklich mögen – will man nur einen hübschen Dekorationsgegenstand, der möglichst keinen Dreck und Ärger machen soll, wird ihr Hund das sehr schnell spüren – und mit Distanz quittieren
  • Konflikte aushalten können – die Bereitschaft, es dem Hund auch einmal unbequem zu machen, damit er auch diese Seite des Lebens kennen- und akzeptieren lernt (z.b. Alleine bleiben oder Warten lernen – nicht immer gleich alles dürfen)

Diese Punkte vorausgesetzt, kann ich Ihnen noch ein Geheimnis wirklich erfolgreicher Trainer verraten: Erwarten Sie, dass es funktioniert. Dies ist eine Grundeinstellung, die jedes Tier sehr schnell spürt. Das ist im Grunde, auch der einzige Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ihn jeder Mensch lernen kann. Die gute Nachricht ist, dass es nicht wirklich ausschlaggebend ist, sondern nur noch das I-Tüpfelchen.

Eigentlich ganz simpel oder? Aber nun mal kein 5-Minuten-Tipp 😉

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Welpen dürfen keine Treppen laufen! Oder?

Kaum etwas hält sich so hartnäckig wie die Empfehlung, dass Welpen keine Treppen laufen dürfen. Leider nimmt es teilweise solche Ausmaße an, dass 20kg schwere Junghunde noch monatelang von ihren mittlerweile rückenkranken Besitzern hinauf- oder hinuntergewuchtet werden. Wäre das nicht schon schlimm genug, treffen wir in unserer Hundeschule immer öfter auf Hunde, die panische Angst vor Treppen haben, weil sie es nie richtig gelernt haben. Beim Welpenbesitzer müssen wir hingegen immer mehr Überzeugungsarbeit leisten, damit der Knopf es lernen darf. Zu groß ist die Angst, dass der kleine nach drei Stufen irreparable Schäden an Gelenken erleidet.chis-2-mai-20004

Nun haben wir unerhoffte Unterstützung von absolut fachlicher Seite bekommen:

Prof. Dr. Martin Fischer von der Uni Jena und Autor von Hunde in Bewegung hat einen wunderbaren Text dazu geschrieben (M.S. 2012
 in Gkf Info 36: 27-29)

Muss ich Welpen die Treppe rauf und runter tragen
Prof. Dr. Martin S. Fischer, M.S. 2012
 in Gkf Info 36: 27-29

Vor kurzem wurde ich gefragt, wie lange ich meine Kinder eigentlich die Treppe noch rauf und runter tragen werde. Ich antwortete, dass ich dies bis zur Verknöcherung der Wachstumsfugen also bei Mädchen und Jungen etwas unterschiedlich bis zum 16.-19. Lebensjahr tun würde, dann sei ja schließlich das Skelett erst ausgreift. Vor allen Dingen das späte Ausreifen des Oberschenkels erlaube hier keine Kompromisse!
Selbstverständlich habe ich auch alle meine Welpen das erste Jahr die Treppe rauf und runter getragen. Zugegebenermaßen habe ich seit Jahren starke Rückenschmerzen, aber was tut der Mensch nicht alles für seine Lieben. Beim Hund habe ich in etwa 1083 blogs zudem gelesen, dass seine Muskeln erst spät ausreifen, zwar kann ich mir unter „Muskelreifung“ nichts vorstellen, aber sicher diejenigen, die es im Internet geschrieben haben.

Richards und Koautoren haben 2010 einen interessanten Aufsatz veröffentlicht, der einmal mehr zeigt, wie gefährlich es ist, von sich (Mensch) auf andere (hier Hund) zu schließen. Während beim Menschen der Hauptbewegungsumfang beim Treppensteigen im Knie- und Hüftgelenk auftritt, löst der Hund dieses Problem durch eine erhöhte Bewegung (vor allem Dorsalflexion) im Sprunggelenk. Futsch alle Überlegungen zur Schonung des Hüftgelenkes von Hunden beim Treppentragen. Aber Hand auf’s Herz, kennen Sie viele Hunde, bei denen durch ihre treppensteigende Jugend später Beschwerden im Sprunggelenk auftreten oder musste dies nicht erklärt werden.

Eine Bemerkung zum Wachstum: der Zeitpunkt des Wachstumsendes ist selbst bei Wurfgeschwistern sehr unterschiedlich. Schon vor 50 Jahren hat Weise gezeigt, dass nach 166 Tagen das erste Wurfgeschwister ausgewachsen war, aber erst nach 220 Tagen das letzte. Allerdings war der Hund, der die längste Wachstumsphase aufwies, nicht das größte Tier, dieses war bereits mit 177 Tagen ausgewachsen. Die Dauer des Wachstums ist also nicht der entscheidende Faktor für die Größe eines Hundes.

Eine Bemerkung zur Muskelreifung: Bei neugeborenen Welpen sind 90-95 Prozent der Muskelfasern noch undifferenziert. Die wenigen, schon differenzierten Fasern sind sehr große rote Fasern, die nach vier bis fünf Wochen wieder verschwinden. Bis zur vierten Woche ist eine allmähliche Differenzierung der Fasern erkennbar, und es treten die üblichen roten und weißen Fasern auf. Bis zur zwölften Woche ist dann das Verteilungsmuster des erwachsenen Hundes vorhanden. Die Entwicklungszeit der Muskelfasern ist in den verschiedenen Muskeln nahezu gleich. Es stimmt nicht, dass Welpen viele weiße Fasern und adulte Hunde viele rote Fasern besitzen und dass die Muskelreifung bis zu einem Jahr dauert.

Eine Bemerkung zur Stoßbelastung: Beim Galopp, beim Kurvenrennen, beim Springen und in einer Vielzahl von anderen Belastungssituationen treten Kräfte auf, die ein mehrfaches des Körpergewichtes betragen können. Prieur (1980) hat bei einer mäßigen Geschwindigkeit von 7 km/h bei einem 30 kg schweren Hund bereits eine Belastung des Hüftgelenkes gemessen, die das Sechsfache des Körpergewichtes betrug.  Gleichzeitig wird beim Vierfachen des Körpergewichtes nur 55 Prozent der Gelenkfläche am Oberschenkelkopf ausgenutzt (Lieser 2003). Der Körper des Hundes und seine Gelenke sind darauf eingerichtet, auch ungewöhnliche Kraftspitzen abzufangen.

Wenn ich hier die Meinungen zum Treppensteigen von jungen Hunden hinterfrage, dann ist selbstverständlich klar, dass es für den Hund nicht anderweitig gefährdende Situation geben kann. Eine glatte, offene Treppe, auf der ein Hund – auch wenn er schon älter ist – stürzen kann ist wie jede traumatische Situation zu vermeiden. In unserem Buch „Hunde in Bewegung“ haben wir im Vorwort geschrieben: „Wenn das Wissen unzureichend ist, bilden sich Meinungen.“ Leider gibt es keine einzige Studie, welche den Einfluss des Treppensteigens bzw. Treppentragens auf die spätere Entwicklung des Bewegungsapparates des Hundes untersucht hat, wir können also den vielen Meinungen kein gesichertes Wissen entgegenhalten, aber umgekehrt, beruhen auch die Meinungen nicht auf irgendeinem haltbaren Befund. Es kann also jeder selber entscheiden, wie er es mit dem Treppentragen seines Hundes hält, aber andere belehren darf er nicht – und es gibt auch die „fürsorgliche Belagerung“ (Heinrich Böll). Mit anderen Worten, Fürsorge ist in Ordnung, man kann sie aber auch trefflich übertreiben!

Referenzen

M.S. FISCHER & LILJE, K. (2011): Hunde in Bewegung. Verlag VDH und Kosmos.
LIESER B. (2003): Morphologische und biomechanische Eigenschaften des Hüftgelenks (Articulatio coxae) des Hundes (Canis familiaris). Diss.med.vet. Veterinärmedizinische Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München.
PRIEUR W. D. (1980): Coxarthrosis in the dog part I: Normal and abnormal biomechanics of the hip joint. Vet. Surg. 9, 145-149.
J. RICHARDS, P. HOLLER, B. BOCKSTAHLER, B. DALE, M. MUELLER, J. BURSTON, J. SELFE and D. LEVINE (2010): A comparison of human and canine kinematics during level walking, stair ascent, and stair descent. Wien. Tierärztl. Mschr. – Vet. Med. Austria 97 (2010), 92 – 100.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die freundliche Genehmigung von Dr. Prof. Fischer, diesen Text veröffentlichen zu dürfen.

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Dominanz – Fakt oder Fiktion?

Von Mechthild Käufer – wir danken für die Genehmigung zur Veröffentlichung 🙂

Dominanz bei Hunden – Fakt, Fiktion oder Projektion?
Es gibt Begriffe in der Hundeerziehungswelt, die erinnern ein bisschen an Harry Potters „der, dessen Name nicht genannt werden darf“ – nur, dass es hierbei nicht um eine Person geht, die das Böse verkörpert, sondern um ein Konzept. „Ein Konzept, das“ – so schreibt Patricia McConnell schon vor über einem Jahrzehnt – „in manchen Kreisen schon politisch inkorrekt ist“, so dass sie lieber vom „früher als Dominanz bezeichneten Konzept“ spricht. „Aber“, so schreibt Jennifer Cattet Ph.D in einen früheren Blog-Beitrag über SPARCS 2014: „Wissenschaft schert sich nicht darum, wer Recht hat und wer nicht […] Sie ist unser bestes Werkzeug zum objektiven Verständnis sehr komplexer Systeme.“ Wissenschaftliche Blogs liefern nicht nur Daten, sondern interpretieren diese auch – und so liefert Jennifer Cattet’s interessanter Blog-Beitrag aktuelle Fakten zum Thema „Dominanz bei Hunden“ kombiniert mit ihrer Interpretation dieser Fakten.
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Trifft das Dominanz-Konzept auf Hunde zu? Die Wissenschaft sagt Ja

Gibt es ein Verhaltenskonzept, das wir als Dominanz zwischen Hunden oder zwischen Hunden und Menschen beschreiben können? Wie ich in einem früheren Blog „Dominanz und die Rudelführungsrolle bei Hunden – Umstritten und immer noch missverstanden“ erwähnt hatte, scheint es eine Trennlinie zwischen zwei Lagern zu geben. Viele Hundehalter und Profis glauben, dass Hunde, jede Interaktion mit anderen Individuen in Begriffen von Führen und Folgen, von dominant und submissiv definieren (Millan, 2008; Mönche von New Skete, 1978). Andere glauben, dass, wenn unsere Beziehung zu Hunden auf der Idee beruht, dass wir die „Rudelführer“ sein müssen, Konflikte zunehmen und dadurch aggressives Verhalten beim Hund ausgelöst werden könnte (Donaldson, 1996, O’Heare, 2007).

Im zuletzt genannten Lager wurde das Dominanzkonzept in Bezug auf Hunde (Bradshaw & al., 2009) soweit in Frage gestellt, dass viele jetzt glauben, dass es überhaupt nicht mehr auf Hunde (oder Wölfe) zutrifft. Bei anderen Arten, wie Pferden, Rindern, afrikanischen Wildhunden oder sogar Menschen, ist das Dominanzkonzept eine gültige Methode, bestimmte Aspekte einer Beziehung zwischen zwei Individuen zu beschreiben. Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass Dominanz in Hund-Hund-Beziehungen tatsächlich eine Rolle spielt und wahrscheinlich auch Mensch-Hund-Beziehungen beeinflusst (Trisko 2011; Bonnani, 2012; van der Borg & al, 2012; Ákos 2014 Shilder & al., 2014). Das Thema ist komplex und die Literatur ist zu umfangreich, um sie in nur einem Blog zu präsentieren, aber da ich über einige neue Studien zu diesem Thema gestolpert bin, will ich einige der interessantesten Erkenntnisse und Theorien über Dominanz vorstellen, in der Hoffnung, dass wir die Diskussion eröffnen und den Begriff rehabilitieren können.

Bevor wir diese Diskussion weiter fortführen, lassen Sie uns den Begriff der Dominanz definieren. Ich höre oft, dass Menschen ihren Hund als dominant bezeichnen. Aber ist Dominanz eine Charaktereigenschaft? Der Begriff „Dominanz“ wird von Wissenschaftlern benutzt, um soziale Beziehungen zwischen Tieren zu beschreiben, die in einer Gruppe zusammenleben. Die Mitglieder jeder sozialen Gruppe haben jeweils einzigartige Eigenschaften. Einige sind körperlich stärker als andere, sie können schneller sein, mehr Ausdauer haben, sie können auch älter sein, etc. Bestimmte Individuen haben im Wettbewerb um Ressourcen also vorhersagbare Vorteile im Vergleich zu anderen. Beziehungen sind oft ungleichmäßig, so dass, wenn Tier A in den meisten Interaktionen die Oberhand über Tier B behält, wir sagen können, dass Tier A dominant über Tier B ist. Aber B kann auch dominant über C sein. Wenn Dominanz ein Verhaltensmerkmal wäre – würden wir B dann als dominant oder als untergeordnet beschreiben?

Bei der Untersuchung der Hierarchie in einer Gruppe, konzentrieren sich die Wissenschaftler auf vier Hauptfragen, um den Rang zwischen den Tieren festzulegen:

1. Zeigt Tier A häufiger typisches ‚Dominanz‘-Verhalten gegenüber Tier B als umgekehrt? Das Gegenteil ist gleichermaßen gültig: Zeigt Tier B häufiger typisch ’submissives‘ Verhalten gegenüber Tier A als umgekehrt?

2. Ist das Ergebnis der Interaktionen zwischen den Individuen in verschiedenen Kontexten gleich? Also, wenn A in der Regel den Paarungspartner bekommt und nicht B , gilt das auch für den Zugang zum Futter?

3. Sind diese Verhaltensweisen auf Dauer konsistent? Wenn wir mehrere Wochen oder Monate später zurückkommen, sehen wir dann die gleichen Interaktionen zwischen A und B?

4. Werden bestimmte [für Dominanz] relevante Verhaltensweisen immer nur in eine Richtung gezeigt, wie immer von A nach B, aber nie von B nach A, wird es sich dabei wahrscheinlich um ein formales Dominanzsignal oder meta-kommunikatives Signal handeln. Das Tier drückt damit entweder Dominanz oder Unterordnung aus. Dieses Verhalten wurde bei vielen Arten wie Wölfen und bestimmten Primaten gefunden. Zum Beispiel kann ein Wolf eine dominante Körperhaltung („high posture“ – Imponierhaltung) gegenüber untergeordneten Wölfen zeigen, wird aber dann gegenüber dem gleichen Tier niemals eine submissive Körperhaltung („low posture“) einnehmen, die Unterordnung ausdrückt.

In Bezug auf dominanzbasierte Beziehungen denken wir gerne, dass hochrangige Tiere den untergeordneten Tieren regelmäßig ihre Kraft und Stärke demonstrieren, um ihren Status zu festigen. In Wirklichkeit werden Dominanzbeziehungen in erster Linie durch die untergeordneten Individuen etabliert, die Signale formaler Submission gegenüber hochrangigen Tieren zeigen und damit deren Überlegenheit anerkennen. Dies reduziert die Anzahl der Konflikte in der Gruppe. Es erklärt auch, warum Wölfe in der Wildnis, wo Rudel durch ein Elternpaar und ihre Nachkommen gebildet werden, nur sehr wenige Konflikte haben. Probleme zwischen den Tieren gibt es gewöhnlich nur, wenn die Unterschiede zwischen den Tieren zu klein sind. Wenn wir den Vergleich zu Menschen ziehen: Ein Kind wird nur selten Eltern oder Großeltern in Frage stellen, aber wird ständig mit einem Bruder oder einer Schwester streiten und kämpfen. Wenn aus Kindern junge Erwachsene werden, reduzieren sich diese Unterschiede zu den Eltern und die zunehmenden Konflikte mit den Erwachsenen führen schließlich dazu, diese zu verlassen.

Aus dem gleichen Grund sind Auseinandersetzungen zwischen Hunden gleichen Geschlechts, die in einem Haushalt leben und ungefähr gleich groß und alt sind, häufiger und heftiger, als zwischen Hunden, bei denen diese Unterschiede größer sind. Dies ist der Punkt, an dem es wirklich schwierig wird. Unser Verhalten gegenüber unseren Hunden ist von Dominanztheorien geprägt, die auf der Beobachtung von gefangenen Wölfen beruhen, zwischen denen Konflikte häufiger sind als in der Wildnis.

Heute sind sich die meisten Wissenschaftler darüber einig, dass sich die Gruppendynamik von in Gefangenschaft lebenden und wilden Wölfen signifikant unterscheidet. Es gibt auch immer mehr Forschung, die auf ähnliche Unterschiede zwischen frei lebenden und in Mehrhundehaushalten lebenden Hunden hinweist. Neue Forschung belegt, dass auch bei frei lebenden Hunden tatsächlich ähnliche Sozialstrukturen wie bei Wölfen existieren (Bonnani & al, 2014. Caffazzo & al 2010).

Bedeutet das nun, dass die so genannte Dominanztheorie, die auch heute noch von Trainern angewendet wird, richtig ist? Absolut nicht! Wie wir sehen werden, ist die soziale Dynamik zwischen Hunden komplex und kann nicht auf die simple Anwendung von Regeln und Zwängen reduziert werden, mit denen eine bestimmte Sozialstruktur im Haushalt durchgesetzt werden soll.

Eine Studie, die Hunde in einer Hundetagesstätte untersuchte, hat festgestellt, dass diese Hunde lineare Hierarchien etablierten, die auf submissivem und aggressivem Verhalten basierten (Trisko, 2011). Das Alter als Hauptfaktor bestimmte, welche Tiere dominant waren. Jüngere Hunde unterwarfen sich regelmäßig älteren Hunden. Dominanzbeziehungen waren bei gleichgeschlechtlichen Paaren verbreiteter, als bei Paaren mit unterschiedlichem Geschlecht. Interessanterweise zeigten diese Hunde Dominanz/Unterwerfungs-Interaktionen, obwohl aggressives Verhalten vom Personal der Hundetagesstätte unterbunden und umgelenkt wurde. Außerdem wurden alle Hunde vorher geprüft und nur die in der Tagesstätte akzeptiert, die wenig bis gar keine Aggression gegenüber anderen Hunden zeigten. Aggressives Verhalten war also auch hier nicht die entscheidende Komponente der Interaktion.

Ein weiteres interessantes Ergebnis dieser Studie ist, dass Dominanzbeziehungen nur bei einem Drittel der möglichen Paare gefunden wurden, deshalb kann formale Dominanz einige, aber sicherlich nicht alle sozialen Beziehungen in einer Hundegruppe beschreiben. Vier verschiedene Arten von Beziehungen wurden ermittelt:

1. Formelle Beziehungen: Freundschaftliche Beziehung mit einseitiger Submission (22 %)
2. Egalitäre Beziehungen: Freundschaftliche Beziehung aber keine Dominanzbeziehung (21 %)
3. Agonistische Beziehungen: Einseitige Submission, aber keine freundschaftliche Beziehung (8 %)
4. Nicht-interaktive Beziehung: keine Unterordnung und keine freundschaftliche Beziehung (50 %)

In diesem Kontext wurde das Sozialverhalten der Hunde nicht nur dadurch reguliert, wer stärker, schneller, mutiger oder ängstlicher war, sondern könnte auch durch andere Faktoren beeinflusst werden: Lernen und Motivation. Es wäre möglich, dass, wenn Menschen einen toleranten und freundlichen Umgang fördern und verstärken, die Hunde eher egalitäre Beziehungen bilden. In Kindergärten, wo Lehrer körperliche Aggression unterbinden, lernen die Kinder, ihre Konflikte mit Worten zu lösen und mit der Zeit nimmt die Häufigkeit und Schwere der Kämpfe zwischen den Kindern ab (Roseth & al., 2007). Es ist möglich, dass Hunde, genau wie Kinder, lernen können, freundliches Verhalten statt physischer Aggression einzusetzen. Durch assoziatives Lernen, werden einige Tiere lernen, wie sie andere dominieren können. Andere werden nach dem Verlieren einer Auseinandersetzung zu „trainierten Verlierern“ und beginnen unterwürfiges Verhalten gegenüber bestimmten Individuen zu zeigen. Motivation wird ebenfalls Einfluss auf die Interaktionen haben, da der Wert der Ressource, um die Hunde wetteifern, sich verändert, je nachdem wie hungrig oder müde sie sind oder wie gering sie diese Ressource schätzen.

Es ist interessant, dass, während wir so sehr damit kämpfen, offen über Dominanz bei Hunden zu sprechen, gleichzeitig Konzepte von sozialer Macht, Dominanz und Unterwerfung als grundlegende Prinzipien der persönlichen Beziehungen bei Menschen betrachtet werden. Studien haben gezeigt, dass wir innerhalb der ersten Minuten, noch bevor ein Wort gesprochen worden ist, feststellen können, wer eine Beziehung dominiert. Ähnlich wie andere Tiere, zeigen Menschen Macht durch physisches Dominieren des anderen, sie sitzen in einer aufrechten Haltung, mit dem Kinn nach oben, zeigen direkten und ausgedehnten Blickkontakt und eine offene Körperhaltung. Auf der anderen Seite machen unterwürfige Menschen sich kleiner, um weniger Platz einzunehmen und brechen Augenkontakt ab. Diese Ähnlichkeiten könnten Hunden und Menschen dabei geholfen haben, einander zu verstehen und die Körperhaltungen des anderen in Bezug auf Dominanz / Unterordnung richtig zu interpretieren.

Gibt es also das Dominanzkonzept bei Hunden? Ja, das gibt es. Dominanz zwischen Tieren, eingeschlossen Hunden, ist ein validiertes wissenschaftliches Konzept, dass dabei hilft, eine bestimmte soziale Dynamik zwischen Tieren zu beschreiben und zu verstehen. Aber im Gegensatz zu dem, was uns empfohlen wurde, fördern wir die Stabilität der Gruppe nicht dadurch, dass wir Dominanz erzwingen. Das Akzeptieren des Begriffs Dominanz rechtfertigt nicht die Verwendung dominanter Verhaltensweisen wie der „Alpha-Rolle‘. Diese Methoden sind gefährlich und fördern Aggression. Angemessene Sozialisation und auf Belohnung basiertes Training, können beim Hund formales Submissionsverhalten gegenüber ihrem Menschen fördern und zur Entwicklung einer Beziehung beitragen, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt beruht. Weil wir bestimmte langgehegte Überzeugungen über Dominanz ablegen, müssen wir nicht zum anderen Extrem wechseln und ihre Existenz an sich leugnen. Das Konzept der Dominanz erklärt sicherlich nicht alle sozialen Interaktionen unserer Hunde, aber es bietet eine gültige Methode, um bestimmte Arten von Interaktionen zu beschreiben.
Übersetzt von Mechthild Käufer

Quelle: http://blog.smartanimaltraining.com/2014/07/22/does-the-concept-of-dominance-apply-to-dogs-science-says-it-does/

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Ich lese gerade … Antijagdtraining

Das ansprechend gestaltete Buch von Uwe Friedrich ist in Punkto was alles zu Antijagdtraining dazugehört recht umfangreich. Verschiedene Trainings- und Auslastungsmodelle werden ausführlich vorgestellt und auch gut erklärt, z.b. Longieren, Reizangel, Sucharbeit etc.  Bei der Erklärung zur Fährte kommt deutlich der alte Sportler durch, der sich offenbar nur schwer vom Schutzhunderegelement lösen kann.

Für den Hundebesitzer würde ich mir jedoch wünschen, dass mehr zum Thema Management (Ausrüstung, wie handhaben etc.) während der Trainingsphase erläutert werden würde. Antijahgdtraining ist nicht mal eben so erledigt, sondern nimmt einiges an Zeit in Anspruch, wie und wann man in dieser Zeit den Alltag bewältigt, wird leider nur am Rande angeschnitten.

 

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Ursache und Wirkung

Unsere kleine Hummel ist unser Sorgenkind. Mit ca. einem Jahr hatte sie ihren ersten epileptischen Anfall. HummelWir konnten sie mit Tabletten recht gut einstellen und mehrere Jahre folgten so gut wie keine Anfälle mehr.

Doch dann kamen schreckliche Monate: Ein Anfall folgte auf den anderen, teilweise bis zu 10 am Tag. Zahlreiche Untersuchungen – inklusive MRT – folgten, die Dosis wurde erhöht, bis sie nur noch torkelte und kaum noch ihre Umwelt wahrnahm. Ein Spezialist (Neurologe) riet zur Hirn-OP, da er das Chiari-Syndrom als Ursache vermutete. Dies war jedoch in der Hofheimer Klinik mittels MRT ausgeschlossen worden. Bei einer Überlebenschance von 50% und einem geschätzten OP-Preis von über 5000 € haben wir erst mal dankend abgelehnt.

Kurz darauf ging es ihr besser, jedoch begann sie zu frieren. Als Ursache stellten sich dann Zysten an den Eierstöcken heraus, die mittels Kastration entfernt wurden. Seitdem (2009) hatte Hummel keinen erkennbaren Anfall mehr. Durch die zahlreichen Anfälle hat sie jedoch einiges an Lernvermögen verloren, sie hat kein Richtungshören mehr und ist öfter mal leicht wirr und orientierungslos. Doch damit kann sie sehr gut leben und sie wird natürlich maßlos verwöhnt. Interessanterweise nehmen auch alle Hunde im Rudel Rücksicht auf sie und tolerieren ihre Marotten problemlos.

Gestern früh ging es ihr jedoch auf einmal schlecht. Sie war geistig nicht anwesend, wirkte sehr gestresst, fror und stakste mit krummen Rücken durch die Gegend. Wir vermuten, dass sie in den frühen Morgenstunden einen epileptischen Anfall hatte. Im laufe des Tages erholte sie sich und heute ist fast wieder ganz die Alte.

Doch worauf ich eigentlich hinaus will: Wäre vorgestern irgendetwas anders gewesen, z.b. eine Wurmkur, eine Impfung, eine Auseinandersetzung, anderes Futter -beliebigeshiereinfügen- würde die Vermutung naheliegen, dass dies der Auslöser für den Anfall gewesen ist. Der Tag war jedoch in jeder Hinsicht durchschnittlich und ereignislos. Der einzige denkbare Auslöser könnte das Gewitter in der Nacht gewesen sein. Allerdings hat Hummel in den letzten Jahren sehr viele Gewitter erlebt (sie hat auch keine Angst), ohne dass diese einen Anfall ausgelöst haben.

Da fällt mir doch spontan eine Internetdiskussion mit einer Forenteilnehmerin ein, die steif und fest behauptete, die Epilepsie ihres Hundes sei durch die Impfung ausgelöst worden. Auf meine Nachfrage hin, erklärte sie mir, dass der Hund vor drei (!) Monaten geimpft worden sei, nach einer Woche deswegen eine Augenentzündung bekommen habe und schließlich – drei Monate später! – den ersten epileptischen Anfall.

Ich kann nun wirklich medizinisch weder beweisen noch widerlegen, ob Impfungen evtl. einen epileptischen Anfall auslösen können (darum geht es hier nicht und ich möchte auch keine Diskussion darüber sehen ;), ich möchte einfach davor warnen, scheinbare Zusammenhänge kritisch zu betrachten – und nicht einfach solche Behauptungen als realistisch zu glauben.

 

 

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Ich lese gerade…

Auch Hunde werden Alt von Uta Over

Da das Angebot von Büchern über den alternden Hund nicht gar so groß ist, habe ich das Buch von Uta Over „Auch Hunde werden alt“ mit Spannung gelesen und ich muss sagen das Buch ist gut.

Die Beschreibung auf der Rückseite trifft wirklich zu, hier ein kurzer Ausschnitt:

„Dieses Buch macht Mut, sich mit dem Altern seines Hundes vertraut zu machen und diesen Prozess als einen natürlichen Vorgang anzunehmen.“

Es wird auf die Alterszipperlein genauso eingegangen (schlechtes Hören und Sehen, mangelnde Bewegungsfähigkeit), wie auch auf den letzten Schritt nämlich dem unausweichlichen Abschied.

Die Schwachpunkte dieses Buches liegen aus meiner Sicht im Kapitel 6 Ernährung: da ist mir die Autorin zu sehr in Richtung BARF und Selbstkochen abgedriftet, das Thema Trockenfutter (und es gibt sehr gute Senioren-Trockenfuttermarken) wird nur kurz angesprochen.

Desweiteren im Kapitel  Gesundheit:  Da rät die Autorin doch tatsächlich zur Kastration einer Hündin vor der ersten Läufigkeit, um Krebs etc. entgegenzuwirken. Über die gesundheitlichen, negativen Auswirkungen einer viel zu frühen Kastration schreibt sie allerdings kein Wort.

Alles in Allem ein gutes Buch, dass sich leicht lesbar mit dieser Thematik „alter Hund“ auseinandersetzt denn „das Alter kommt (nicht) über Nacht“.

Durchaus empfehlenswert.

Angelika Dewes
Hundeschule Aschaffenburg

 

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Ich lese gerade… Apportieren mit Spaß

von Manuela van Schewick

Normalerweise bevorzuge ich ja „ordentliche“ Bücher mit einer anständigen Seitenzahl. Doch dieser schmale Band beinhaltet tatsächlich alles, was für den Apportieranfänger wichtig ist. Verschiedene Übungsvarianten für verschiedene Hundetypen ebenso wie fortgeschrittene Übungen – tolles Buch!

Knapp 100 Seiten für 9,95 €, erschienen bei Müller Rüschlikon

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