Trainingstagebuch Ean – Nr. 5

Ean ist jetzt 13 Wochen alt. Die Schlafpausen werden kürzer (aber nur ein wenig). Insgesamt macht er immer sehr schön mit, aber es fällt ihm deutlich schwer, wenn meine anderen Hunde ebenfalls mit umherlaufen. Da ich hauptsächlich im „richtigen Leben“ und nicht nur auf dem Platz trainiere, ist diese Ablenkung natürlich immer gegeben. So hatten wir auch den ersten kleinen Konflikt zum Thema „Komm gilt auch, wenn Bran vorneweg woanders hinläuft“. Da ich aber draussen immer (!) die leichte Biothaneleine am Hund habe, konnte ich problemlos punkten.

Den ersten Durchfall hatten wir auch schon, aber dank der unvergleichlichen Moro’schen Karottensuppe, war der Spuk nach einem Tag vorbei. Das Rezept gibt es hier (auf der sowieso empfehlenswerten Seite „Erste Hilfe beim Hund“).

Unser Ausflug zur Umweltsozialisierung führte uns in den Bahnhof. Bei so einem Bahnhofsbesuch kann man gleich mehrere Sachen abhaken: Parkhaus, Aufzug,  viele Leute und glatter Boden, gruselige Treppe und natürlich die Züge 😉

Die Trainingsvideos sind weitestgehend von unserem Hundeplatz im Hundezentrum Aschaffenburg, da ich dort die Kamera aufstellen kann.  Wichtig ist, dass vorwiegend im Alltag trainiert wird.

Obwohl Ean in den Basisübungen schon recht zuverlässig ist, gibt es immer noch seeeehr viel Belohnung. Ich achte darauf, dass Leckerchen nicht immer in der Hand zu haben, sondern bestätige mit Markerwort Click und anschließend einer Belohnung (die ich auch immer variiere).

Beim Ausführen der Übungen ist mir die Alltagstauglichkeit, prompte Ausführung und vor allem Zuverlässigkeit wichtig. Wollte ich in den Sport gehen (z.b. Obedience), müßte wesentlich mehr auf Korrektheit geachtet werden. Da ich das auf keinen Fall anstrebe, ist es mir egal, ob das Sitz evtl. ein bißchen schief ist usw. Sportliches „Fuß“ trainiere ich ebenfalls noch nicht. Das derzeitige Kommando „Zusammen“ z.B. bedeutet nur, an lockerer Leine neben mir zu laufen.

Ich baue die Belohnungen erst nach und nach ab, allerdings frühestens ab dem 8. oder 10. Monat. Viele halten dies für Bestechung, aber es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen Bestechung und Belohnung. Vielleicht haben Sie Lust, diesen Blogbeitrag zum Thema nachzulesen.

 

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Trainingstagebuch Ean – Nr. 4

Die letzten Tage standen ganz im Zeichen der Umweltsozialisation. Es ist wichtig, dem Welpen die Welt zu zeigen, ohne ihn zu überfordern. Ean kommt von einem hervorragenden Züchter, so dass er furchtlos ins Leben marschiert. Trotzdem darf das nicht dazu verleiten, die Sozialisierung außer Acht zu lassen.

Über die erste Brücke seines Lebens ist Ean ohne mit der Wimper zu zucken marschiert. Er lief von sich aus direkt am Rand, ohne den „Abgrund“ weiter zu beachten. Unsere Übungsbrücke war ohne weiteren Verkehr, so dass ich mich dort auch problemlos hätte länger aufhalten können.

Wassergewöhnung – kleine Bäche kennt er schon, das war jetzt der erste größere. Erst mal gucken, was der Große macht.

Und gleich darauf mitten rein

Das Wasser ging ihm bis zum Bauch, was ihn nicht weiter gestört hat 😉

Zum Thema Autoverkehr ist es wichtig, nicht nur „normale“ Straßen zu besuchen, sondern auch einmal an einer Schnellstraße entlang zu laufen.

Keine Sorge, die Leine war in der Hand.

Heute sind wir dann zum ersten Mal auf etwas getroffen, das er etwas unheimlich fand: Pferde! Bei so einem Konflikt (Frauchen und die anderen Hunde standen da sehr nahe dran, wie er fand), zeigt sich viel vom eigentlichen Wesen (also seinem Charakter). Weicht der Hund zurück oder „greift“ er eher an? Beschäftigt er sich mit dem Problem oder ignoriert er es? Ean zeigte sich rassetypisch und knurrte gleich einmal. Ich habe ihn (an der Schleppleine) ein paar Schritte hinter mir stehen lassen und mich freundlich dem Pferd zugewandt. Mhaira findet Pferde eigentlich toll und kam gleich mit. Ean beschaute sich die Situation einige Minuten lang (er ist ein kleiner Denker…) und näherte sich dann bis auf einen guten Meter. Das reicht mir für erste Mal.

Da das Thema damit für Ean – anders als bisherigen Situationen – noch lange nicht erledigt ist, werde ich mir in den nächsten Tagen also mal einen Reiterhof suchen, damit Ean längere Zeit entspannt Pferde beobachten kann.

Übrigens: Die hier beschriebenen Situationen haben wir natürlich nicht alle hintereinander gemacht, Sozialisierung soll kein Marathonlauf sein. Gerade so junge Welpen brauchen Zeit zum Verarbeiten, am besten im Schlaf.

Jetzt muss ich erstmal Eans Trainingstagebuch ergänzen, ein super Hilfsmittel, damit ich nichts wichtiges vergesse und einen Überblick über den Trainingsstand behalte.

Da sind noch einige Lücken, die in den nächsten 6 Wochen abgearbeitet werden müssen 😉

… also Restaurantbesuch muss unbedingt häufiger geübt werden 😉 ….

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Trainingstagebuch Ean – Nr. 3

Ean zeigt sich immer häufiger als ein sehr selbstbewußter junger Mann und wirkt manchmal mit seinen 11 Wochen gar nicht mehr so wirklich welpenhaft.

Seine Freundschaft zu Bran wächst täglich und es ist wirklich herzerwärmend, den beiden beim Spielen zuzusehen. Aber in der Mehrhundehaltung hat das nicht nur Vorteile. Ich muss mir wirklich Mühe geben, damit seine Bindung zu mir ebenfalls so gut wird, wie zu Bran. Hierzu zählen z.B. kleine Ausflüge mit mir alleine, Spielen und Kurscheln.

Außerdem ist er natürlich wirklich wenig ganz alleine, so dass auch das „Alleine alleinebleiben“ gesondert trainiert werden muss. Das ist im übrigen das, was ich wirklich genau planen und mir vornehmen muss, da ich sonst gerne vergesse. Alles andere trainiere oder besser – lebe – ich im Alltag.

Sein großes Selbstbewußtsein läßt ihn in jede Situation furchtlos hineinmarschieren. Von Umwelteindrücken ist er immer gänzlich unbeeindruckt. Hier muss man den Züchtern wirklich ein großes Lob aussprechen, die Welpen sind hervorragend vorbereitet (und zum Beispiel auch schon an die Box gewöhnt worden).

Großes Selbstbewußtsein hat aber auch Nachteile. Zum Beispiel musste ich heute früh zweimal mit der Schleppleine nachhelfen, bis das „Komm“ wieder so funktionierte:

 

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Trainingstagebuch Ean – Nr. 2

Ean ist jetzt 9,5 Wochen alt und macht wirklich Spaß. Er ist einerseits ein ruhiger und konzentrierter Arbeiter, andererseits auch sehr wild und frech, wie Welpen nun mal sind…

Im Sitz kann ich zwei Schritte weggehen. Das Foto zu schießen war trotzdem eine Herausforderung, da ich ca. drei Meter weggehen muss und ich habe etliche Aufnahmen, auf denen er auf mich zuläuft.

Ich habe jetzt angefangen, mir gezielt Ablenkung für die Basisübungen zu suchen. Eine gute Gelegenheit ist kurz vor Beginn des Welpenspiels in der Hundeschule. Auf dem nachfolgenden Video ist er noch recht müde, weil kurz vorher erst aufgewacht. Trotzdem macht er sehr schön mit.

Spürhundausbildung habe ich nur einmal nach dem letzten Video trainiert, das sah dann so aus:

Vergangenen Freitag wurde Ean außerdem mit Miniminitrails angetrailt und hat seine Sache schön gemacht.

Alleine bleiben ist nicht seine Lieblingsübung. Im Büro klappt es seiner Box schon recht gut, beim Anbinden oder auf dem Hundeplatz alleine warten findet er noch ziemlich empörend. Ich belohne das daher großzügig, in dem ich wirklich alle 20 Sekunden zu ihm zurückgehe (wenn er ruhig ist).

Das Thema „Chihuahuas sind KEIN interaktives Spielzeug“ haben wir größtenteils durch, dadurch hat sich das NEIN auch sehr schön gefestigt 😉

Den Tierarzt haben wir trainingshalber auch besucht und er war wie immer cool und gelassen.

 

 

 

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Trainingstagebuch Ean von der Pattener Mühle, Altdeutscher Schäferhund

Seit kurzem wohnt wieder ein kleines Hundekind bei uns: Ean von der Patterner Mühle , ein Altdeutscher Schäferhund. Ean ist am 19.01.2017 geboren und letzten Freitag mit 8 Wochen zu uns gezogen.

Die Hunde sowie die Aufzucht bei Karin und Peter Wolf haben mir sehr gut gefallen, so dass ich froh bin, einen grauen Rüden anvertraut bekommen zu haben – vielen Dank für Mr. Coolman 😉

Ich möchte in diesem Blog ein kleines Trainingstagebuch über Ean führen als Anregung für den einen oder anderen Welpenbesitzer und als Einblick in unsere Arbeitsweise mit Welpen.

Ean hat die Autofahrt probemlos mitgemacht, nach zweiminütigem Jammern ist er zu meinen Füßen eingeschlafen. Da wir ihn erst abends abholen konnten, sind wir zu Hause nach kurzem Abendessen, einer kleinen Spielrunde und dem Kennenlernen des restlichen Rudels direkt ins Schlafzimmer. Meine Welpen schlafen die ersten Monate in einer Flugbox direkt neben meinem Bett, damit sie sich nicht einsam fühlen müssen, andererseits aber auch nichts anstellen können. Netter Nebeneffekt: Wenn die Blase drückt, wird gejammert (und nicht in eine Ecke gemacht), so dass ich aufstehen und mit dem Zwerg nach draussen gehen kann. Seit gestern nach schläft er übrigens durch 😉

In den ersten drei Tagen haben wir außer Spielen, Kuscheln und Minispaziergängen nichts gemacht.  Wobei das so nicht ganz stimmt…. Autofahren ins Hundezentrum mußte sein, vormittags das Büro kennenlernen und am Sonntag auch mal eine weile im Auto (ebenfalls in einer Box) warten, weil ich zum Modul 1 der Mantrailerausbildung fahren musste. Obwohl in diesen ersten Tagen noch kein formales Training läuft, benutze ich schon Hörzeichen wie „Mach Bächlein“ und „Komm“, wenn er es gerade tut. Außerdem verwende ich seinen Namen, wenn er mich ansieht. Unerwünschtes Verhalten wie Teppich ankauen etc. belege ich verbal mit „Nein“ in sehr strengem Tonfall und wegschieben vom Objekt der Begierde.

Am vierten Tag (also vor drei Tagen) beginne ich mit Training. In klitzekleinen Trainingseinheiten, die jeweils 1-3 Minuten dauern, beginne ich mit Sitz und Platz und in Eans Fall mit Nasenarbeit (Ziel, einen bestimmten Geruch, in meinem Fall Gluten, anzeigen zu können).

Generell arbeiten wir mit Markerwort (CLICK) und in den ersten Monaten mit Futterbelohnung.

Die restlichen Hunde, die da mit herumspringen sind meine eigenen: Drei Chihuahuahündinnen, ein Chimix (Rüde) und ein weiterer Altdeutscher Schäferhund. Alle sind übrigens nicht besonders begeistert vom Nachwuchs und er hat sich in den ersten Tagen ausschließlich Zurückweisungen eingefangen. Dabei konnte man schön sehen, dass er zum einen in einem großen Hunderudel aufgewachsen ist und die Feinheiten der Kommunikation perfekt beherrscht und andererseits ein sehr selbstbewußter Kerl ist, der nicht so leicht aufgibt.

Mindestens einmal am Tag unternehme ich einen kleinen Ausflug alleine mit ihm, ansonsten geht er eine kleine Runde mit dem ganzen Rudel. Umweltsozialisierung versuche ich weitestgehend alleine mit ihm zu unternehmen, wobei er sich immer sehr schön an mir orientiert und absolut unerschrocken ist.

 

Hier eine kleine Trainingseinheit „Sitz“ – dies ist die 4. Übungseinheit:

Platz – 2. Trainingseinheit

 

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Balljunkies – gibts das wirklich?

Unter Balljunkie versteht der Hundetrainer einen Hund, der regelrecht süchtig nach einem Spielzeug (es muss nicht unbedingt ein Ball sein, auch eine Frisbee oder anderes Spielzeug kann es sein) ist. Übrigens ist die Bezeichnung „süchtig“ nicht übertrieben, die Hunde zeigen alle Merkmale eines Abhängigen. Daneben laufen auch im Körper alle Vorgänge einer Suchterkrankung ab – inklusive Entzugserscheinungen.

Ist das begehrte Objekt in Sicht oder auch nur der Gedanke daran möglich, kann der Hund an nichts anderes mehr denken: Er kann nicht mehr spielen, schnuppern oder mit anderen Hunden kommunizieren. Nur der Gedanke an das Spielzeug beherrscht ihn. Er tänzelt neben oder vor seinem Menschen, bellt vielleicht, versucht alles, um den Menschen dazu zu bewegen, das Spielzeug wieder zu werfen. Hat er es schon, legt er es dem Menschen vor die Füße oder versperrt ihm den Weg.

Ganz schwere Fälle nehmen zur Not auch Staub oder Steinchen, die durch den Menschen beim Spaziergang hochgeschleudert werden.

Das vermeintliche Spiel entpuppt sich jedoch als Stress, wenn man sich den Hund einmal genau betrachtet: Angestrengt und nervös wartet er auf den nächsten Wurf, alle Gedanken sind darauf gerichtet. In seinem Wahn läuft der Hund beispielsweise sogar gegen Hindernisse, während er nur auf die Tasche mit dem begehrten Ball darin starrt.

Kurzfristiger Streß schadet natürlich nicht, aber täglich und bei jedem Spaziergang wird es natürlich zur Dauerbelastung. Erschwerend kommt hinzu, dass der Hund keinen natürlichen Hundebeschäftigungen mehr nachgeht: Schnuppern, spielen, kommunizieren, einfach laufen, ohne ständig unter Anspannung zu stehen. Dieser chronische Zustand macht krank!

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr für die Gelenke: Das ständige ruckartige Zusammenstauchen tut keinem Hund auf Dauer gut! Ist der Hund bereits genetisch oder krankheitsbedingt vorbelastet, ist er schnell „kaputtgespielt“.

Viele Menschen sind mit diesem scheinbar so spielerischen Zustand jedoch zufrieden, lässt sich doch der Hund mit dem Ball problemlos von allem abrufen oder an kritischen Situationen vorbeilotsen – Mit Gehorsam oder Bindung hat das jedoch nix zu tun – der Mensch mutiert lediglich zum Dealer.

Zur Balljunkie“karriere“ eignen sich alle temperamentvollen, spielfreudigen Hunde. Besonders häufig sind die sogenannten Arbeitshunderassen betroffen, wie Hütehunde und Schäferhunde etc.

Der Beginn ist oft unbemerkt – man freut sich, dass der Hund so schön mitspielt, bringt er doch den Ball immer wieder zurück. Und schließlich soll der temperamentvolle Hund doch ausgelastet werden, oder? Doch irgendwann ist die vermeintliche Auslastung keine mehr, sondern auch nach einer Stunde Ballwerfen steht der Hund immer noch fordernd vor einem – nun – nach einigen Monaten Training schön bemuskelt, aber geistig total gestresst und weit entfernt von einem zufriedenen Hund. Hat der Hund jedoch von Geburt an schon nicht ganz optimale Gelenke mitgebracht, rächt sich die ewige Abstopperei irgendwann – die ersten Arthrossen sind schon da.

Was also tun?

Hat man einen Hund, den man im Verdacht hat, er könnte auf dem Weg zum Balljunkie sein, gilt es, klare Regeln aufzustellen. Nie lässt man sich vom Hund überreden, den Ball zu werfen, sondern es bestimmt immer der Mensch. Nutzen Sie das geliebte Spiel als besonders tolle Belohnung für gute Leistung. Ein Beispiel: Mein altdeutscher Schäferhund stammt aus reiner Arbeitslinie und ist prädestiniert, ein Balljunkie zu werden. Sein heiß geliebtes Spiely bekommt er jedoch maximal 2-3x täglich. So gut wie nie, wird es einfach geworfen, sondern es steht immer eine kleine Übung vornedran. Mit einem Hörzeichen („Fertig“ z.B.) wird es weggesteckt – er weiß dann, dass er keine Chance darauf hat und kann sich wieder anderen Dingen zuwenden. Bettelt er darum, gebe ich NIE! nach.

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Geraten wir jedoch in eine schwierige Situation und ich möchte ihn besonders belohnen (nicht ablenken!!), z.B. wenn er sich angesichts von Rehen abrufen lässt, dann fliegt das Spiely ausgiebig. Das gleiche gilt nach einem besonders anstrengenden Trail etc.  Wichtig ist hierbei die Reihenfolge: Belohnen und nicht bestechen! Das bedeutet, dass der Hund erst sich hat erfolgreich rufen lassen und zur Belohnung und Ball bekommt. Bestechung ist es, wenn ich mit dem Ball winke und hoffe, dass der Hund daraufhin abdreht.

Ist es jedoch schon so weit gekommen, dass der Hund an nichts anderes mehr denken kann, hilft nur ein „kalter Entzug“:

In leichteren Fällen kann man das Spielzeug als Jackpotbelohnung noch mit auf den Spaziergang nehmen, holt es aber nicht hervor.

Es kann durchaus sein, dass der Hund nun eine halbe Stunde oder länger neben einem her läuft und nur auf das Spielzeug wartet. Beruhigt er sich gar nicht, dann nimmt man das Spielzeug überhaupt nicht mehr mit und stellt sich auf eine längere Geduldsprobe ein.

Während der Entzugsphase sollte man unbedingt versuchen, dem Hund ruhigere und auslastende Tätigkeiten anzubieten. Fährtenarbeit oder noch besser Mantrailing kommen dem natürlich Jagdverhalten von Hunden so ähnlich wie nur möglich und es gibt so gut wie keinen Hund, der das nicht gerne macht. Alternativ bietet sich sorgfältig aufgebautes Dummytraining an.

Kann der Hund wieder „normal“ während der Spaziergänge denken, kann man hin und wieder auch das Spielzeug suchen lassen. Werfen sollte die absolute Ausnahme sein und wird wie gesagt sinnvollerweise als Jackpotbelohnung genutzt.

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GPS Tracker für Hunde – Tractive

Wir haben aktuell das Tractive GPS Gerät getestet und sind sehr zufrieden damit.

Das Auspacken und Einrichten gestaltet sich leicht, eine SIM Karte ist fest installiert. Man kann zwischen zwei Tarifen wählen:

Basic kostet 3,75€/Monat und Premium 4,16€

Premium bietet natürlich mehr Funktionen, am wichtigsten ist hier sicher, dass es in über 80 Ländern weltweit funktioniert (Basic nur in einem Land nach Wahl). Beide Monatspreise sind aber meiner Meinung nach akzeptabel.

Inzwischen kostet das Gerät unter 100€, das ist zumindest erschwinglicher als früher. Alle benötigten Zubehörteile sind dabei, z.b. das Ladekabel (USB oder Steckdose).

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Anders als bei vielen ähnlichen Geräten hat Tractive einen für mich entscheidenden Vorteil: Ich kann die Route des Tieres live verfolgen (auch in der Basicversion immerhin 24 Stunden) und bekomme nicht nur eine Standortmeldung. Was nützt mir diese auch, wenn der Hund beispielsweise nach einem Unfall in Panik wegrennt und sich sehr schnell bewegt? Bis ich am Ort der letzten Standortmeldung bin, kann der Hund schon hunderte von Metern weiter sein und ich weiß nicht einmal die Richtung…

Die App funktioniert auf meinem iPhone (gibts natürlich auch für Android) hervorragend, man kann alle Funktionen einfach bedienen, kann aber auch am PC auf alles zugreifen (z.B. Batteriestand – sehr praktsich etc.).

Das Halsbandteil ist leicht und robust. In unserer Huta trägt es einer der Gasthunde und es hat bis jetzt alle wilden Spiele problemlos ausgehalten.

Hier gibt es eine Übersicht zu den Funktionen: https://tractive.com/de/gps

Wer möchte, kann es  gerne im Laden Pfotentreff unverbindlich anschauen (oder kaufen): www.pfotentreff-ab.de

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Auf zu Neuem ;) Hundezentrum und Hundetagesstätte Aschaffenburg – es geht los!

Oh jeh.. schon so lange nichts mehr geschrieben… Aber wir waren beschäftigt 😉

Dieses Jahr hat sich endlich etwas bewegt in Sachen Hundezentrum – gleich zwei Objekte hintereinander haben uns Anfang des Jahres in Atem gehalten – um dann im letzten Moment doch noch zu scheitern. Aber nun haben wir endlich etwas gefunden und warten gerade (in meinem Fall äußerst ungeduldig) auf die offizielle Genehmigung, um loslegen zu dürfen.

Am Anfang sah es so aus:Bauen1

Also ziemlich leer 😉

Inzwischen steht schon mal der Sanitärcontainer, das ist doch ein Anfang.

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Wenn alles läuft wie geplant, hoffen wir im Oktober unser neues Hundezentrum eröffnen zu können.

Damit der Umzug ein wenig „leichter“ wird, gibt es derzeit im Pfotentreff 20% auf (fast) alles – außer Bücher, Futter und bereits reduzierte Ware.

Wir freuen uns also auf Schnäppchenjäger!

Neugierig aufs neue Projekt? Hier gibt es die ersten Infos: www.hundetagesstätte-aschaffenburg.de 

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Professionelle Hundetagesbetreuung (Hundesitter) in Aschaffenburg – wir freuen uns darauf. Endlich Hundeschule und Zubehör (und die Huta) unter einem Dach – inklusive Trainingshalle und Allwetterplatz!

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Ich lese gerade… „Ein guter Start ins Hundeleben“ von Gansloßer/Krivy

Der Verlag schreibt:

„Einen guten Start sollen sie haben, die vierbeinigen Fellnasen. Doch wie können Züchter und Welpenbesitzer darauf hinwirken? Wie formen und fördern, statt zu behindern oder, wenn auch in guter Absicht, zu übertreiben? Wo beginnt ein guter Start, welche Einflüsse wirken wann, wie und mit welcher Nachhaltigkeit? Dieser Ratgeber betrachtet die Zucht von Hunden sowie die Welpen- und Junghundeentwicklung aus verhaltensbiologischem wie züchterpraktischem Blickwinkel und berücksichtigt dabei die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft.“

Damit ist alles gesagt und (ausnahmsweise) vollkommen unübertrieben. Dieses Buch möchte ich allen Züchtern, Welpenkäufern und Hundetrainerin dringend empfehlen!

Viele neue Erkenntnisse aus der Forschung der letzten Jahre, die auch mich teilweise sehr überrascht haben.

Ein Beispiel: Selbstverständlich ist mir bekannt, dass reizarm aufgezogene Hunde über ein schlechteres Lernverhalten verfügen als Hunde, die eine reich strukturierte Umgebung kennenlernen durften.

Nun gibt es hierzu ein Experiment mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die reizarm aufgezogenen Welpen haben eine gestellte Aufgabe (versteckte Futterbox) bereits nach 25 Sekunden Wartezeit vergessen, normal aufgezogene Welpen können sich bei der gleichen Aufgabe bis zu 300 Sekunden erinnern – ein unglaublicher Unterschied!

Nun sehe ich solche Bücher in erster Linie aus Hundetrainersicht und gerade solche Informationen sind auch für diese Tätigkeit sehr wichtig – Fazit: Absolute Kaufempfehlung!

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Bindung und Beziehung

„Du mußt einfach mehr auf die Bindung achten“ – ein Satz, den jeder Hundeanfänger schnell zu hassen lernt oder sich in mehr oder wenige tiefe Verzweiflung stoßen läßt.  Mich hat er nie gestresst (womöglich habe ich ihn schon selbst zu jemandem gesagt?), weil meine Tiere in kürzester Zeit an mir kleben.  Woran liegt das? Woher kommt sie denn, diese ominöse Bindung? Von Seiten des Menschen aus fehlt sie so gut wie nie – seine Bindung an den Hund ist meistens innerhalb von Sekunden auf Wolkenkratzerniveau. Umgekehrt geht es nicht so schnell – Bindung muss man sich verdienen. Dazu sind die meisten Hundebesitzer auch sehr gerne bereit, wenn sie nur wüßten, wie.

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Was sagt die Fachwelt nun dazu? Es gibt eine ausführliche Bindungsforschung mit Menschen, die mit sehr hübschen  Ausdrücken wie Distanziert-beziehungsabweisende Bindungseinstellung oder Unsicher-ambivalente Bindung aufwarten kann. Bei der Mensch-Hund-Beziehung bezeichnet man damit die Bereitschaft des Hundes, beim Menschen zu bleiben sowie Gehorsamsbereitschaft zu zeigen. Diese grundsätzlichen Charaktereigenschaften eines Hundes sind i.d.R. sehr stark rasseabhängig. Im Klartext bedeutet dies, dass mancher Hundebesitzer doppelt so viel Zeit und Mühe in die Erziehung seines Hundes investiert, um nur die Hälfte des Ergebnisses zu bekommen, wie beispielsweise der Besitzer einer anderen Rasse. Ausnahmen bestätigen natürlich wie stets die Regel 😉  Ist es also „einfach“ nur mit genügend Zeit und Training getan? So simpel ist es leider nicht….Braucht man also irgendwie eine bestimmte Aura? Vielleicht einen bestimmten Edelstein?

Bei meinen ersten Erfahrungen im Bereich des Tiertrainings mit 14, 15 stellte sich schnell heraus, dass sowohl Hund als auch Pferd mir bereitwillig folgten und ich selten Autoritätsprobleme hatte. Bis Anfang 20 fand ich das immer sehr schmeichelhaft und ich machte oft genug den Fehler aller Hundetraineranfänger „Geben Sie mir mal den Hund, ich zeig Ihnen das mal“ – was den jeweiligen Hundebesitzer in relativer Ratlosigkeit zurückließ und mir ein gutes Gefühl bescherte.  Leider kommen manche Kollegen nie über dieses Stadium hinaus, was ihnen eine Reihe treuer Fans beschert – aber die meisten Hundehalter nicht wirklich weiterbringt.  Hat man das nun oder hat man es einfach nicht? Ein gewisses Talent ist natürlich hilfreich, aber mehr auch nicht. Hundeerziehung und Bindungsaufbau kann man lernen – so die gute Nachricht!  Die schlechte Nachricht ist, dass man es nicht geschenkt bekommt. Ohne die Bereitschaft, sich mit Lerntheorie zu beschäftigen, sich in den das Tier hineinversetzen zu können, es nicht zu vermenschlichen und  – als Wichtigstes – es als Tier zu lieben und nicht zu erwarten, dass es sich wie ein kleiner bepelzter Mensch verhält, wird man keine Bindung bekommen.

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Für einen Teil der Hundetrainerwelt ist Bindung und Beziehung kaum ein Thema. Hier werden Trainingsmethoden verfeinert und bis zur Perfektion an Hühnern, Meerschweinchen, wilden Tieren usw. geübt. Bei all den Chicken-Camps (wer kümmert sich eigentlich darum, was die Hühner dazu sagen?) geht es eigentlich nie um das Thema Bindung oder Beziehung- Vielleicht braucht man das also gar nicht? Vielleicht reicht es, einfach nur ein super guter Trainer zu sein, dessen Clickertiming perfekt ist? Als „Beweis“ für diese These wird dann oft angeführt, dass man schließlich auch Orcas und Tiger mit Markertraining ausbilden könnte, also muss das ja wohl auch mit Hunden funktionieren! Bei dieser Beweisführung wird die Tatsache, dass Zootiere in Gehegen leben und normalerweise an chronischer Unterforderung plus Langeweile leiden, einfach vergessen. Da ist so ein Training, bei dem es Futter und Zuwendung gibt, natürlich gern gesehen.  Ob das ganze in – sagen wir mal 5 Hektar – großen Gehegen mit natürlichen Feinden sowie lebender Beute auch so gut funktionieren würde, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln. Verstehen Sie mich nicht falsch – Marker(Clicker)training ist eine tolle Sache und auch in unserer täglichen Hundeschularbeit nicht mehr wegzudenken. Beschäftigung und Training von Zootieren (mal von der Frage, ob Zoos wirklich immer so sinnvoll sind, abgesehen) sind für die Zootiere eine tolle Sache. Und dass sich Trainer über Seminare verbessern, kann auch nie schaden. Der aussschließliche Fokus darauf ist es, was mich stört.

Dann gibt es natürlich noch „die andere“ Seite – hier wird nur über „Energie“, „Dominanz“, „Rudelführerschaft“, „Nonverbal“ und wie auch immer es etikettiert wird, gearbeitet. Autoritär veranlagte Personen mit halbwegs gutem Timing, können damit beeindruckende Erfolge in kürzester Zeit erzielen.  Schaut man genauer hin, ist die vorgebliche „Energie“ doch nur eine negative Einwirkung, geschickt und schnell eingesetzt. Das Können dieser „Flüsterer“ besteht meistens darin, dass sie ein hervorragendes Timing haben, Hunde sehr gut einschätzen können und genau die richtige „Härte“ in der Einwirkung an den Tag legen, damit es schnell funktioniert.

In beiden „Lagern“ bekommt man durchaus gehorsame Hunde oder sogar perfekt trainierte Tiere zu sehen, die ein unglaubliches Repertoire beherrschen. Trotzdem fehlt es oft an Bindung – ergibt sich eine passende Gelegenheit, ist der Hund weg. Was braucht man also genau? Hier der Versuch einer Aufzählung:

Wie lernt der Hund? Dieses Wissen muss erst einmal der Mensch verinnerlichen. Man kann dem Hund weder etwas erklären noch auf Einsicht warten. Ohne Lerntheorie geht es nicht

  • Wie spricht der Hund? Seine Körpersprache lernen, damit der Mensch auch versteht, was der Hund gerade „sagen“ will
  • Realistische Ziele setzen  – weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt – und vom Hund (und von der jeweiligen Rasse) erfüllbar
  • Zeit haben – Zeit zum Trainieren, Zeit zum Spielen und zum Kuscheln – dieser Faktor wird oft unterschätzt. Der Hund muss schon genügend Möglichkeit haben, zu lernen, was wir von ihm wollen – da reicht es nicht aus, eine Übung 2-3x zu wiederholen – womit wir wieder beim Thema Lerntheorie sind. Spielen/Beschäftigung ist ebenfalls sehr wichtig – und auch das geht nicht ohne Zeit.
  • Man muss seinen Hund schon wirklich mögen – will man nur einen hübschen Dekorationsgegenstand, der möglichst keinen Dreck und Ärger machen soll, wird ihr Hund das sehr schnell spüren – und mit Distanz quittieren
  • Konflikte aushalten können – die Bereitschaft, es dem Hund auch einmal unbequem zu machen, damit er auch diese Seite des Lebens kennen- und akzeptieren lernt (z.b. Alleine bleiben oder Warten lernen – nicht immer gleich alles dürfen)

Diese Punkte vorausgesetzt, kann ich Ihnen noch ein Geheimnis wirklich erfolgreicher Trainer verraten: Erwarten Sie, dass es funktioniert. Dies ist eine Grundeinstellung, die jedes Tier sehr schnell spürt. Das ist im Grunde, auch der einzige Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ihn jeder Mensch lernen kann. Die gute Nachricht ist, dass es nicht wirklich ausschlaggebend ist, sondern nur noch das I-Tüpfelchen.

Eigentlich ganz simpel oder? Aber nun mal kein 5-Minuten-Tipp 😉

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